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PMS – Was Dich dabei weiterbringt

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen...


Mein Ex-Partner starrt mich entnervt an und sagt: "Och nö, ist es schon wieder so weit...?" Oder: "Mit Dir kann man gar nicht reden, Du bist viel zu sensibel." Oder: "Soll ich mal so rum heulen? Dann weißt Du wie das jeden Monat mit Dir ist."


Ich hoffe inständig, dass Du solche Sätze nicht zu hören bekommst! Weder vom PartnerIn oder Familienmitgliedern oder FreundInnen!


Es sind sie regelmäßige Stiche ins Herz, die Selbstzweifel und Selbstunterdrückung zurücklassen.


Und das zusätzlich zum realen Leidensdruck.


PMS, das prämenstruelle Syndrom, ist in den letzten Jahren mehr und mehr in den Fokus gerückt. Es ist medizinisch anerkannt, Forschung fortlaufend, denn eine eindeutige Ursache ist bis jetzt noch nicht festgestellt worden. Vermutungen reichen von Hormonstörungen über Essgewohnheiten zu Stress.

Für viele Frauen und menstruierende Menschen ist die Lutealphase eine echte Herausforderung mit unterschiedlich ausgeprägten Symptomen. Inzwischen zählt die Liste mehr als 150, von Herzklopfen, Depression, Kopfschmerzen bis zu Schlaflosigkeit. Für manche setzt sie direkt nach dem Eisprung ein, für manche bis zu einer Woche vor der Blutung. Also ein Viertel bis zu der Hälfte des Zyklus... Puh...


In meiner Arbeit mit Frauen habe ich Ausdrücke wie "Hormonmonster" gehört. Unverständnis sich selbst gegenüber. Frustration. Scham. Und dann die ganzen anderen Symptome. Wie gesagt, echter Leidensdruck!


Teilweise ist es natürlich, dass menstruierende Menschen während der Lutealphase, der Vorblutungszeit mit Schwankungen der Stimmung, der Sensibilität konfrontiert werden.


Dabei hilft vielleicht die Abbildung des menstruellen Zyklus, um es sich vorstellen zu können (ohne hormonelle Verhütungsmittel):


Bei diesem Auf und Ab ist es kein Wunder, dass sich unsere Stimmung nicht nur ein Mal sondern mehrmals während des Zyklus ändert, oder?


Was passiert überhaupt? Kurz gesagt wandelt sich die Hülle der Eizelle nach dem Eisprung in den Lutealkörper um, der Progesteron herstellt (P und blau in der Abbildung) und zwar eine ganze Menge. Fachmenschen vermuten, dass dieses Hormon einen Einfluss auf die Serotoninherstellung haben könnte, das als Botenstoff für wichtige Dinge wie Schlaf und ja, Stimmungen verantwortlich ist. Unser Körper bereitet sich auf eine potentielle Schwangerschaft vor, indem er 1) die Kortisolherstellung ankurbelt, um uns gezielt in Stress zu versetzen, denn wer gestresst ist, schützt sich selbst als Reflex besser als ein tiefenentspannter Mensch; 2) wird das Immunsystem heruntergefahren, damit die vielleicht befruchtete Eizelle nicht abgestoßen wird, was zu Kränkeln führen kann; 3) fährt der Stoffwechsel hoch und wir verbrauchen bis zu 300 Kalorien mehr am Tag. Wegen des erhöhten Energieaufkommens durch den Hormonwechsel oder Vorrat für das potentielle Baby anzufuttern – vielleicht beides.


Wie wichtig ist es also, dass wir zu einem Verständnis für uns selbst durch ein Verständnis für die Vorgänge und Zusammenhänge des menstruellen Zyklus kommen?


Die Kurven in der Abbildung – wie genau soll da eine lineare Lebensweise reinpassen? Im Sinne von einer gleichbleibende Leistungsfähigkeit, körperlicher, geistiger und emotionaler "Fitness". Wie?


Manche ExpertInnen meinen, dass genau dies das Problem und eine Ursache für PMS ist. Denn Stress und Leistungsdruck hat nachgewiesenermaßen einen negativen Effekt auf unseren Körper, auf das Nerven-, Hormon-, Organsystem. Die auf komplexe Art und Weise miteinander verbunden sind! Das eine hat Effekt auf das andere und vor und zurück. Natürlich wird sich beispielsweise wenig Schlaf irgendwann auf alle Ebenen auswirken. PMS wird also in manchen Traditionen als eine Warnhinweis des Körpers angesehen, dass etwas nicht stimmt.


Wir haben nie gelernt, uns wirklich selbst zuzuhören. Nachrichten des Körpers werden ignoriert, bis es wirklich nicht mehr geht.


Leider (ganz bewusst sage ich hier leider, denn diese Verantwortung wurde uns durch lange Unterdrückung und Ignoranz auferlegt) sind wir auch hier in der Verantwortung den Schritt in die veränderte Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung zu gehen. Zusätzlich zum Leidensdruck. Aber wir selbst sind die Gewinnerinnen dieses Schritts. Da wir zum einen durch das Verständnis und die Sanftheit, dir wir uns selbst zeigen, zu einem schmerz- und leidensfreierem Zyklus (sprich Leben) finden; zum anderen auf vorwurfsvolle Sätze mit Selbstbewusstsein antworten können: "Ja. Ich bin in meiner Lutealphase. Und?"


Gehört PMS zu Deiner Zyklus-Erfahrung? Dann probiere mal Zyklus Yoga aus, denn durch die hormonausgleichende und spannungslösende Wirkung der Übungen findest Du endlich zu nachhaltiger Entspannung und Wohlbefinden.


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Quellen: https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/weibliche-hormone-zyklus/pms.html

Frauenkörper, Frauenweisheit, Dr. med. Christiane Northrup, 2006

Yoni Shakti, Uma Dinsmore-Tuli PhD

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