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Dein Zyklus: Die Lutealphase

Oh, die Lutealphase... Für manche die herausforderndste Zeit in ihrem Zyklus.


Da hilft es nicht, dass es die längste Zyklusphase ist.


Das Wort PMS ist inzwischen wohlbekannt und Teil vieler Diskussionen. Und das zu Recht! Auf diesem Blog findest Du noch einen Artikel dazu. Darin ist auch beschrieben, was im Körper passiert und welche Symptome diese Zyklusphase bei manchen auslöst (PMS umfasst mehr als 150 davon!).


Trotzdem noch mal kurz zusammengefasst: Wenn die Eizelle nicht befruchtet wurde, wird sie entweder direkt in der Eileiter absorbiert oder später mit der Menstruation ausgeschieden. Interessant ist jetzt eher die Eihülle der Eizelle, die sich nach dem Eisprung in den Gelbkörper umwandelt, den Corupus luteum, was der Phase den Namen gibt. Dieser Gelbkörper produziert Progesteron. Das es dazu kommt, hat mit dem Anstieg des LH (lutenisierendes Hormon) zu tun, mal wieder ein feines Zusammenspiel von Hypophyse und Eierstock. Das Progesteron hat nach neueren Studien einen Einfluss auf Botenstoffe wie Serotonin, nicht unwichtig für einen guten Schlaf und ausgeglichene Stimmung. Da haben wir schon mal einen Auslöser für abweichende Sensibilitäten- und Kapazitätenlage während dieser Zyklusphase.


Der Körper setzt noch andere Dinge in Gang, um eine potentielle Schwangerschaft zu schützen, denn bis der Lutealkörper abstirbt, gilt: Es gibt eine 50/50-Chance für eine befruchtete Eizelle. Zum einen wird deswegen das Stresslevel erhöht, damit die Alarmbereitschaft entsprechend verstärkt wird; das Immunsystem wird etwas heruntergefahren, damit die befruchtete Eizelle nicht abgestoßen wird (vielleicht hattest Du schon mal das Gefühl, genau zu dieser Zyklusphase zu kränkeln oder anfälliger für Allergien zu sein?); der Stoffwechsel fährt im Gegensatz dazu hoch, wir verbrauchen schon mal bis zu 300 Kalorien mehr am Tag! Also wenn Dein Hunger steigt, gib Deinem Körper, was er möchte. Dadurch verhinderst Du Heißhunger während der Menstruation.


Der Gelbkörper ist noch aus einem anderen Grund wichtig, und das bringt uns zum einen zur Ankündigung aus der letzten Woche, warum der Eisprung nicht nur bei Kinderwunsch wichtig ist; zum anderen noch eine kleine Portion Extrawissen, die tatsächlich mit Schwangerschaft zu tun haben. Aber der Reihe nach: Nur durch den Eisprung, also das Ausstoßen der Eizelle kann sich der Gelbkörper bilden. Und nur durch die Produktion von Progesteron und den plötzlichen Abfall desselben durch den Tod des Gelbkörpers wird die Menstruation überhaupt in Gang gesetzt. Denn das Progesteron versorgt die Gebärmutterschleimhaut; wenn das nicht mehr gegeben ist, stirbt diese ebenso ab und wird vom Körper ausgeschieden. Das wiederum führt uns zum Extrawissen: Dieser Lutealkörper wird die Gebärmutterschleimhaut mit einer befruchteten, eingenisteten Eizelle bis zu zweiten Trimester der Schwangerschaft versorgen. So lange dauert es, bis die Plazenta sich ausgebildet hat. Unglaublich, oder?!


Daher ist Progesteronmangel oft der Grund, dass Schwangerschaften nicht über die ersten Monate hinaus oder überhaupt nicht zustande kommen. Zudem können sich PMS-Symptome, Gelenkschmerzen und Wassereinlagerungen verstärken und der Zyklus durch die dadurch entstehende Östrogendominanz verkürzen.


Es hängt also alles zusammen. Zyklisch eben. Deshalb ist es so wichtig, dass alle Zyklusphasen unsere Aufmerksamkeit erhalten, dass wir zyklisch für uns selbst sorgen und nicht erst, wenn die Hütte brennt.


Was können wir also als zyklische Selbstfürsorge für die Lutealphase für uns tun?


Dazu kannst Du Dir diese Fragen stellen:

Zu was möchte ich "nein" sagen? (Thema Grenzen ziehen)

Wie müde bin ich und was kann ich tun, um diesen Zustand zu respektieren? (Öfter kleine Pausen einlegen, das Bedürfnis nach Ruhe kommunizieren)

Welche "negativen" Gefühle und Selbst- Bewertungen kommen hoch, wenn ich mir Erlaubnis für meine besondere/gesteigerte/erhöhte Sensibilität und Emotionalität (auch als "Launen" abgewertet...) gebe? (Das führt Dich zu Antworten und weiteren Möglichkeiten der zyklischen Selbstfürsorge)


Erstelle Dir daraus eine Liste von Dingen, die Du für Deine Lutealphase brauchst und Dir wünschst: Lieblingssnacks, Lieblingsfilme, Musik, Gerüche. Beziehe alle Ebenen ein und erstelle so Deine persönliche Wohlfühlroutine.


Denn das wird die nachhaltige Veränderung bringen: Das Wissen, was passiert; die Akzeptanz, dass es passiert und die Aktionen, die Dir diese Zyklusphase erleichtern bzw. sogar angenehm gestalten.


In den nächsten Wochen gehen wir gemeinsam durch den menstruellen Zyklus. Freu Dich schon mal auf die Menstruation und Tipps, wie Du dieses eingebaute Retreat für Dich nutzen kannst!


Möchtest Du tief in Dich hinein spüren und Deinen Zyklus als Kompass kennenlernen? Dann schau mal HIERund buche jetzt Dein Kennenlerngespräch mit mir für ein Zyklus Coaching!


Lies mehr dazu, Wie regelmäßige, zyklusgerechte Yogapraxis Dein Leben verändert

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